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04.01.2013
- → Feminismus
Richter sehen keine Diskriminierung
Chicago. Weil er sie für zu »unwiderstehlich« hielt, hat ein Zahnarzt in den USA seine Assistentin gefeuert – und dafür vor Gericht Recht bekommen. Das Oberste Gericht im Bundesstaat Iowa lehnte die Diskriminierungsklage der jungen Frau und Mutter ab. Zehn Jahre lang hatte Melissa Nelson für James Knight gearbeitet. Neun davon behandelte er sie korrekt, doch dann fing er an, ständig Bemerkungen über ihr »antörnendes« Aussehen zu machen. Seine Ehefrau entdeckte entsprechende Textnachrichten ihres Mannes und forderte von ihm, die Mitarbeiterin zu entlassen, was er auch tat.
Die Gesetze in Iowa verbieten Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz. Die ausschließlich männlichen Richter konnten in diesem Fall jedoch keine Diskriminierung erkennen. Der Anwalt des Zahnarztes feierte das Urteil als richtungsweisend. Es ermögliche künftig auch anderen, Angestellte zu entlassen, »um ihre Ehe zu retten«. Melissa Nelson nannte das Urteil hart und ungerecht. Dem Sender CNN sagte sie, unter ihrem Laborkittel habe sie niemals provozierende Kleidung getragen. (AFP/jW)
Die Gesetze in Iowa verbieten Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz. Die ausschließlich männlichen Richter konnten in diesem Fall jedoch keine Diskriminierung erkennen. Der Anwalt des Zahnarztes feierte das Urteil als richtungsweisend. Es ermögliche künftig auch anderen, Angestellte zu entlassen, »um ihre Ehe zu retten«. Melissa Nelson nannte das Urteil hart und ungerecht. Dem Sender CNN sagte sie, unter ihrem Laborkittel habe sie niemals provozierende Kleidung getragen. (AFP/jW)
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