Zum Inhalt der Seite

Wagner unser (auf allen Ebenen)


Nike Wagner, Urenkelin des Komponisten Richard, hat die forcierte Vermarktung seiner Musik beanstandet. Es gäbe inzwischen »Ring«-Inszenierungen in allen Formen und Farben, Verlage veröffentlichten »tsunamiartig neue Publikationen über Wagner«, erklärte die 67jährige am Donnerstag abend bei der Eröffnung einer Ausstellung in der Akademie der Künste (AdK) Berlin. Da über ihren Ahnen bereits »ebenso viel geschrieben wurde wie über Jesus Christus und Napoleon«, müßten zum Wagner-Jahr 2013 nicht überall noch eine Ring-Vorlesung und ein Ring-Symposium veranstaltet werden. »Das ›Wagner Unser‹ klingt in allen Varianten auf allen Ebenen«. Der Komponist selbst habe sich bei der Arbeit nie von Vermarktungsabsichten leiten lassen. Amen. Die Ausstellung in Berlin geht nach Angaben der AdK-Vizepräsidentin Nele Hertling der Frage nach, ob die antisemitischen Ansichten des ehemaligen Akademiemitglieds von seiner Person und seinem einflußreichen Werk zu trennen seien. (dapd/jW)

Anzeige


junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 08.12.2012, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!