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22.11.2012
- → Feuilleton
Kinderkrieg
Kinder an die Macht!« verlangte Herbert Grönemeyer in einem der dümmsten Texte, der außerhalb Mannheims je geschrieben wurde. Er hätte auch gleich »Kinder in die Schlacht!« rufen können, denn wer die Macht hat, bestimmt auch über die und über das Schlachten. »Send in the Kids« lautet eine alte Reklameformel im Krieg; nicht mit Information zieht man das Publikum auf seine Seite, sondern mit Emotion. Also behauptet man: Die da, die anderen, lassen auf Kinder schießen, während wir hier, beziehungsweise die unsrigen, ja einen ganz feinen Krieg führen und ausschließlich auf für ihr Tun vollverantwortliche Militärs ballern. So weit so Propaganda.
Ich halte dafür, in einer Zeitung, die sich an die Restintelligenz ihrer Leserschaft wendet, die Parole »Krieg gegen Kinder« nicht zu verwenden. Sondern statt dessen eine Arbeit zu tun, die Aufklärung im Sinn hat und also nicht Aufstachelung.
Ich halte dafür, in einer Zeitung, die sich an die Restintelligenz ihrer Leserschaft wendet, die Parole »Krieg gegen Kinder« nicht zu verwenden. Sondern statt dessen eine Arbeit zu tun, die Aufklärung im Sinn hat und also nicht Aufstachelung.
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Wiglaf Droste