Gegründet 1947 Mittwoch, 16. Oktober 2019, Nr. 240
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 07.11.2012, Seite 16 / Sport

Fußball-Randspalte

Königlichster Punkt

Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat den Mann, der im chaotischen Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC (2:2) das Rasenstück des Elfmeterpunkts herausgerissen und davongetragen hatte, verklagt. »Zuerst dachten wir, der arme Kerl, wie können wir ihn einbeziehen. Aber dann hat er sich drei, vier Wochen später noch in allen Medien feiern lassen«, sagte Finanzvorstand Paul Jäger am Montag auf der Mitgliederversammlung des Aufsteigers: »Dann hat es uns gereicht. – Wir haben ihn auf 50000 Euro verklagt.« Der Fan war am 15. Mai kurz vor Ende der Begegnung auf den Platz gestürmt und hatte den Elfmeterpunkt ausgegraben. Begründung: »Es ist der Traum von jedem Fan, ein Stück Aufstiegsrasen mitzunehmen. Und der Elfmeterpunkt ist der königlichste Punkt des Rasens«.

(sid/jW)

Der Letzte macht das Licht aus

Glasgow. Der schottische Verband hat Nationaltrainer Craig Levein entlassen. Nach vier Spieltagen liegen die »Bravehearts« in Gruppe A der WM-Quali mit nur zwei Punkten noch hinter Mazedonien und Wales auf dem letzten Platz. Unter Levein, der das Amt 2009 übernommen hatte, gab es in den vergangenen zwölf Pflichtspielen nur drei Siege für die Schotten.

(sid/jW)

Doping: Alles Lüge oder was?

München. Nach Tyler Hamilton hat auch der ehemalige deutsche Radprofi Jörg Jaksche seinen früheren Berliner Teamkollegen Jens Voigt der Doping-Lüge bezichtigt. Voigt war nach eigenen Angaben stets sauber unterwegs und hatte dafür die schönen Worte gefunden: »Es gibt nichts zu beichten oder zuzugeben, also bleibt ruhig«. Erst kürzulich hatte Voigts früherer Zimmerkollege Bobby Julich die Einnahme des Blutdopingmittels Epo zwischen 1996 und 1998 eingestanden. Jaksche, der 2004 mit Voigt für den dänischen Rennstall CSC gefahren war, sagte der Süddeutschen Zeitung: »Wer bei CSC nicht mitbekommen hat, daß andere Fahrer – inklusive mir – gedopt haben, dem kann ich nicht glauben.« Den gleichen Vorwurf hatte Voigt tags zuvor bereits der US-Amerikaner Tyler Hamilton gemacht. Er sagte der dänischen Tagszeitung B.T., daß Voigt »immer bei den Teams mit den zweifelhaftesten sportlichen Leitern« gefahren sei. Hamilton wiederum wurde vom früheren dänischen Radprofi Jakob Piil der Lüge bezichtigt, weil nicht die gesamte CSC-Mannschaft mit Piil und Hamilton bei der Tour de France 2002 und 2003 systematisch mit Kortison gedopt habe.»Wenn Tyler sagt, daß wir alle unerlaubt Kortison benutzt haben, lügt er, weil ich sauber gefahren bin«, sagte Piil dem Ekstrabladet.

(sid/jW)

Mehr aus: Sport