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Lesetips

Blutiges Echo

Als »Echos der Vergangenheit« interpretiert der kanadische Wissenschaftler Chris Webb den Arbeitskampf der Minenarbeiter in Südafrika in einem Beitrag, der im aktuellen Express abgedruckt ist. Er verweist auf die schon immer miserablen Arbeitsbedingungen in den südafrikanischen Minen und einen Streik von 1946. Dieser sei einst der Funke gewesen, »der die Antiapartheitbewegung entfachte«, so Webb. Die Bergarbeitergewerkschaft NUM, die man als »Erbin des Streiks« von 1946 sehen kann, steht den heutigen Ausständen allerdings kritisch gegenüber, da diese von der Konkurrenzgewerkschaft AMCU geführt werden. Ebenso der Gewerkschaftsdachverband COSATU. Und über die Rolle der Kommunistischen Partei schreibt Webb: »Die zunehmend inkohärente KP Südafrikas hat die Festnahme von AMCU-Führern gefordert.« Manche der KP-Kader verteidigten die Polizeiaktion, bei der im Sommer 34 Bergleute erschossen wurden. Interessant sind auch Webbs Informationen über die Situation im Lonmin-Konzern, in dessen Marikana-Mine die Bewegung begann. Ein Drittel der dortigen Belegschaft ist demnach bei Fremdfirmen beschäftigt. Die Unfallzahlen haben sich seit Anfang 2011 verdoppelt.

(jW)

Express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, Nr. 9/2012, 16 Seiten, 3,50 Euro, www.labournet.de/express

Mehr Schutz

Heiner Dribbusch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung fordert in einem Kommentar für die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Arbeitsrecht im Betrieb einen stärkeren Schutz bei der Bildung von Betriebsräten. Angesichts der Tatsache, daß die Initiatoren von Betriebsratswahlen oftmals unternehmerischer Repression ausgesetzt sind, müsse beispielsweise über eine »staatlich kontrollierte Verpflichtung der Unternehmen zur Einleitung von Betriebsratswahlen auf Wunsch einer im Betrieb vertretenen Gewerkschaft« diskutiert werden.

(jW)

Arbeitsrecht im Betrieb, Nr. 10/2012, 72 Seiten, Jahresabo: 135,60 Euro, www.aib-web.de

Trend umgekehrt

Die Reallohnentwicklung in Europa hat sich gedreht: War Deutschland im vergangenen Jahrzehnt noch das einzige Land mit einem Minus, steigen die realen Arbeitseinkommen hierzulande nun leicht – während sie in vielen anderen europäischen Ländern infolge der Kürzungspolitik drastisch zurückgehen. Die Daten und deren Analyse liefert Thorsten Schulten in den aktuellen WSI-Mitteilungen.

(jW)

WSI Mitteilungen 6/2012. ­Jahresabo: 88,20 Euro. www.wsi-mitteilungen.de

Themen:
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.10.2012, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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