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Gibbons und Sopranistinnen

Gibbons stoßen ihre durchdringenden Rufe mit der Technik professioneller Sopranistinnen aus: Gezielt verändern die Affen Resonanzeigenschaften ihres Stimmapparats, um die von ihren Stimmbändern erzeugten Laute möglichst effektiv zu verstärken. So entstehen besonders reine und laute Töne, haben japanische Forscher herausgefunden. Sie ließen ein junges Weißhandgibbon-Weibchen Helium einatmen. Aus der Veränderung der Rufe sei abzuleiten, wie der Stimmapparat der Primaten funktioniert, berichtet das Team um Hiroki Koda von der Kyoto University in Inuyama im Fachmagazin American Journal of Physical Anthropology. Beim Menschen wird der Grundton (Schwingung der Stimmlippen am Kehlkopf) im sogenannten Vokaltrakt modifiziert, bestehend aus Rachen, Mundraum und Nasenhöhlen. Um auch in hohen Tonlagen noch verschiedene Vokale artikulieren zu können, müssen Sopranistinnen die Form ihres Vokaltrakts drastisch verändern. Forscher hatten bisher angenommen, daß nur Menschen den Vokaltrakt unabhängig steuern können. Das ist nun widerlegt. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.10.2012, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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