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Aufsichtsrat: Zwei IGM-Listen bei Siemens


Die Industriegewerkschaft Metall hat sich nicht auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Neuwahl zum Siemens-Aufsichtsrat einigen können. So treten einige Mitglieder der Gewerkschaft auf einer eigenen Liste an, wie ein IG-Metall-Vertreter am Montag in München auf dapd-Anfrage sagte. Auf dem offiziellen Wahlvorschlag der IG Metall stehen neben dem Vorsitzenden Berthold Huber auch die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Sibylle Wankel und Jürgen Kerner. Die Gegenliste stammt aus Erlangen und wird vom Betriebsratschef des größten Siemens-Sektors Energie, Hans-Jürgen Hartung, angeführt. »Eine Mehrheit der Betriebsräte wollte, daß er weitermacht – aber da hatte die IG Metall ihre Liste schon ohne ihn ausgehandelt«, sagte ein Insider der Financial Times Deutschland (Montagausgabe).

Hartung war bei der Wahl vor fünf Jahren über eine Kampfkandidatur in den Aufsichtsrat eingezogen. Seit dem Aufstieg von Huber bis zum Vize-Aufsichtsratschef bei Siemens empfänden viele Mitarbeiter ihre Aufsichtsratsvertreter oftmals als »gleichgeschaltet« mit der Konzernspitze, heißt es dem Zeitungsbericht zufolge unter Betriebsräten. Am 24. und 25. September wählen 1300 Delegierte die zehn Arbeitnehmervertreter im 20köpfigen Aufsichtsrat neu. Sie können jeweils eine Liste ankreuzen.
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Neben den beiden Listen mit IG-Metall-Vertretern gibt es auch eine der unternehmensnahen Gruppierung »Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger«. Siemens hatte die AUB jahrelang mit Millionenzahlungen heimlich finanziert. 2006 war dies aufgeflogen. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2012, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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