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Zeitzeugen haben das Wort

Berlin. Antifaschisten, unter anderem aus den Reihen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), haben erneut eine Broschüre mit dem Titel »Fragt uns, wir sind die Letzten« veröffentlicht. Darin berichtet die 1923 in Berlin geborene Ursula Mamlok, wie ihr als jüdisches Kind die Musik dabei half, ihre Flucht vor den Faschisten, die sie von Berlin nach Ecuaduor führte, zu überstehen. Desweiteren kommen Jelena Kadenic (geb. 1921 in Bovi) und Radoslav Deric (geb. 1927 in Prnjavor) zu Wort, die von ihrem Kampf im ehemaligen Jugoslawien gegen die deutsche Besatzung und jugoslawische Kollaborateure erzählen.

Der 1924 in Wien geborene Fritz Sternhell (geb. 1924 in ­Wien) beschreibt seine Kindheit in Österreich, seine Flucht mit einem Kindertransport nach England und seine später folgenden Aktivitäten in den britischen Streitkräften. Lore Sternhell (geb. 1930 in Ruhla) berichtet von ihren Erfahrungen als Kind kommunistischer Eltern und ihrer Flucht nach Prag und weiter nach Schottland. Wilhelm Reinhardt (geb. 1938 in Idar-Oberstein) schließlich erzählt, wie er als Sinto in einem Kinderheim versteckt wurde und bis heute antiziganistischen Übergriffen ausgesetzt ist.

Die nun veröffentlichte Broschüre ist bereits die dritte einer Reihe, in der Zeitzeugen über ihre Erfahrungen während des deutschen Faschismus berichten.

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(jW)

Alle bisher erschienenen Broschüren sind bei der Berliner VVN-BdA (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Telefon: 030/29784178, E-Mail: berlin@vvn-bda.org) zu beziehen

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2012, Seite 15, Antifaschismus

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