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Neonazijargon in amtlichem Schreiben

Dessau-Roßlau. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes Dessau-Roßlau hat für eine Ortsangabe in einem amtlichen Schreiben ein gängiges Wort der Neonaziszene für Linke verwendet. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) am Dienstag hatte sie am späten Vormittag des 19. Mai ein falsch parkendes Auto bemerkt. An Ort und Stelle tippte sie Uhrzeit, Fahrzeug, Kennzeichen sowie den vorgeworfenen Verstoß in den Rechner ein und schrieb als Ort »Friederikenplatz neben Zeckenh«. Die Abkürzung steht für »Zeckenhaus«, eine bei Rechten beliebte Bezeichnung für das Alternative Jugendzentrum AJZ. Mit dieser Ortsangabe erreichte das Schreiben den Fahrzeughalter, einen Musiker, der im AJZ aufgetreten war. Dessau-Roßlaus Bürgermeisterin und zuständige Dezernentin Sabrina Nußbeck bedauerte den Vorfall. Man habe personelle Konsequenzen gezogen, sagte sie der MZ. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.06.2012, Seite 5, Inland

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