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Verwirrung um Niebels Teppich

Berlin. Die Teppichaffäre um Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) erhält eine neue Wendung. Wie der FDP-Politiker am Donnerstag gegenüber dem Deutschlandradio Kultur sagte, war der Teppich, den er vor drei Monaten in Kabul gekauft hatte, »überhaupt nicht zollpflichtig«. Afghanistan unterliege als eines der »am wenigsten entwickelten Länder« einer Sonderregelung der EU, wonach auch Privatpersonen Gegenstände wie Teppiche zollfrei nach Deutschland einführen dürften.

Niebel hatte den Teppich im Wert von rund 1100 Euro in einem Flugzeug des Bundesnachrichtendienstes von Kabul nach Berlin transportieren lassen. Das Souvenir wurde dann, am Zoll vorbei, in die Privatwohnung des Ministers gebracht. Später stellte er einen Antrag auf Nachverzollung.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2012, Seite 5, Inland

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