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Aus: Ausgabe vom 19.03.2012, Seite 2 / Ausland

Afghanistan: Kommission untersuchte Massaker

Kabul. Eine afghanische Parlamentskommission, die zur Untersuchung der Ermordung von 16 Zivilisten in Südafghanistan (Provinz Kandahar, Kreis Pandschwai) einige Tage vor Ort verbracht hatte, hat laut dem russischen Nachrichtenportal Ria Nowosti am Samstag neue Details zu dem Massaker mitgeteilt. Dem Kommissionschef Hamidzai Lalai und der Parlamentsabgeordneten von der Provinz Kandahar, Schakilja Haschemi, zufolge, hatte eine Gruppe der US-Soldaten das Blutbad bei Pandschwai absichtlich angerichtet, teilte demnach die Nachrichtenagentur Pazhwak mit. Kurz vor der Tragödie soll ein amerikanischer Schützenpanzerwagen auf eine Sprengladung aufgefahren sein. Die ganze Besatzung kam dabei ums Leben. Laut Augenzeugen sollen die Militärs dafür Rache an den Einwohnern der Siedlung geschworen haben. Nach Angaben afghanischer Ermittler waren bis zu 20 US-Soldaten in das Massaker verwickelt. Laut der Parlamentskommission hatten die US-Soldaten vor dem Mord zwei afghanische Frauen vergewaltigt.

(jW)

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