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Aus: Ausgabe vom 05.12.2011, Seite 3 / Schwerpunkt

Hintergrund: Minera Yanacocha

Das Bergbauunternehmen Minera Yanacocha gehört zu 51,35 Prozent dem US-amerikanischen Konzern Newmont Mining Corporation, zu 43,65 Prozent der peruanischen Firma Minas Buenaventura und zu fünf Prozent der Weltbank. Sein größtes Bergbauprojekt ist die Goldmine Yanacocha, die sich auf einer Höhe von 3400 bis 4120 Metern 48 Kilometer nördlich der Stadt Cajamarca befindet. Diese besteht aus fünf offenen Tagebauanlagen, in denen per Zyanidverfahren Gold gewonnen wird, was bereits zu schweren Umweltproblemen geführt hat. In Yanacocha werden rund 90 Tonnen des Edelmetalls im Jahr gefördert.

Seit Anfang August 2011 investiert Minera Yanacocha dem Regionalen Vizepräsidenten von Newmont, Thomas Savage, zufolge täglich sechs Millionen US-Dollar in das Gold- und Kupferminenprojekt Minas Conga. Rund 32 Dörfer sind von dem Vorhaben betroffen. Im Jahr 2014 soll mit der Förderung von Gold und Kupfer begonnen werden, die geplant rund 19 Jahre andauern, dann werden sich die Vorräte erschöpft haben.

Hauptbetreiber Newmont Mining ist nicht nur in Peru aktiv, sondern global und gilt als der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Die jährliche Fördermenge des Konzerns wird auf mehr als 233000 Kilogramm Gold beziffert, hinzu kommen Reserven von über 2,8 Millionen Kilo. Nicht nur in den peruanischen Anden fällt Newmont dabei durch rücksichtsloses Vorgehen auf. 2009 wurde der Konzern in der Schweiz mit dem Negativpreis »Public Eye Award« ausgezeichnet, der jährlich auf einer Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos verliehen wird. Die hinter dem Preis stehenden Nichtregierungsorganisationen kritisierten damit ein von Newmont in Ghana durchgeführtes Goldminenprojekt. Durch dieses sollten 10000 Kleinbauern ihre Lebensgrundlage verlieren, weil ihr Grund und Boden durch Zyanid verseucht würde. Tausende Menschen müßten ohne angemessene Entschädigung zwangsumgesiedelt werden. Parallelen zu Cajamarca sind wohl kaum zufällig.

(agb/scha)

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