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Aus: Ausgabe vom 02.12.2011, Seite 3 / Schwerpunkt

NATO raus aus Afghanistan

Zum angekündigten Teilrückzug der Bundeswehr aus Afghanistan und zur bevorstehenden Bonner Konferenz erklärte am Mittwoch der Bundesausschuß Friedensratschlag:

(…) Die NATO und die Bundesregierung wollen vor der Bonner Konferenz den Eindruck erwecken, in Afghanistan sei alles besser geworden. In Wirklichkeit ist nichts gut. Die Konferenz in Bonn wird denn auch außer einer unverbindlichen Abschlußerklärung kein anderes Ergebnis haben, als daß sich die Kriegsallianz weiter durchwursteln wird. Mit der vagen Verheißung einer Abzugsperspektive Ende 2014 soll verdeckt werden, daß die USA und andere Staaten sich bereits vertraglich Militärstützpunkte in verschiedenen afghanischen Provinzen gesichert haben. (…)

Die NATO spricht seit Jahren davon, daß ihr eigenes Schicksal von einem Erfolg im Afghanistan-Krieg abhängt. Somit darf ein Scheitern der Mission unter keinen Umständen zugegeben werden. Der Abzug der NATO-Truppen wird demnach »gestreckt«, so daß eine plötzliche Machtübernahme durch die Taliban und andere aufständische Formationen vermieden wird. Diese Strategie führt aber dazu, daß der bewaffnete Konflikt auch über das Jahr 2014 anhalten wird – womit wiederum die Einrichtung der genannten Militärstützpunkte gerechtfertigt werden kann. Selbst die Bundesregierung wird nicht müde zu verkünden, daß auch das »deutsche Engagement« 2014 nicht beendet werde. Noch nie wurde ein Krieg durch dessen Verlängerung beendet. Er kann nur durch einen Waffenstillstand beendet werden.


Der (…) Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan (…) wird nicht alle Probleme im Land lösen, aber zumindest eine der wichtigsten Gewaltursachen beseitigen. Andere Ursachen, die im Land selbst und in der Region liegen, können langfristig nur durch internationale, uneigennützige, rein zivile Hilfe vermindert und beseitigt werden. (…)

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