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Schießunfallprozeß:Soldaten belastet

Gera. Nach dem tödlichen Schießunfall in Afghanistan im vergangenen Jahr haben weitere Zeugen vor Gericht von Waffenspielen in dem Bundeswehrlager berichtet. Ein Zeitsoldat sagte am Dienstag vor dem Landgericht Gera, er und der Angeklagte hätten mit ihren ungeladenen Waffen aufeinander gezielt. Später habe er gesehen, wie der 21jährige seine Waffe auf das spätere Opfer gerichtet habe. Ein anderer Zeuge bestätigte diese Aussage.

Der Angeklagte, der im März aus der Armee entlassen wurde, muß sich wegen fahrlässiger Tötung und Ungehorsams in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten. Bei dem Vorfall im Dezember 2010 war in einem Außenposten nördlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) ein 21jähriger Soldat in den Kopf getroffen worden und gestorben. Zum Prozeßauftakt in der vergangenen Woche hatte der Angeklagte ausgesagt, ein klemmendes Magazin sei Auslöser des Unfalls gewesen. Zeugen bezweifelten diese Version und berichteten ebenfalls von Waffenspielen. Am Donnerstag sollen im Prozeß unter anderen ein Vorgesetzter und der Gerichtsmediziner aussagen. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2011, Seite 4, Inland

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