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Angeklagt

Im Fall der jahrzehntelang in Südfrankreich unter Verschluß gehaltenen Werke des Malers Pablo Picasso ermittelt nun die französische Justiz. Wie die Zeitung Le Monde in ihrer Sonntagsausgabe berichtete, leitete die Staatsanwaltschaft in Grasse ein Ermittlungsverfahren gegen den 71jährigen Rentner Pierre Le Guennec sowie gegen seine Frau Danielle ein.

Pierre und Danielle Le Guennec hatten in ihrem Haus in Mouans-Sartoux nördlich von Cannes fast 40 Jahre lang 271 unbekannte Werke Picassos aufbewahrt. Im Januar 2010 wandten sie sich an den Sohn des Künstlers, Claude Picasso, der auch Nachlaßverwalter der Familie ist. Sie schickten ihm Fotos von einigen der Werke zu und wollten Echtheitszertifikate haben. Dann reisten sie mit einem Koffer voller Bilder nach Paris. Claude Picasso hielt die Werke für echt und erstattete gegen das Ehepaar Anzeige wegen Hehlerei. Die Polizei beschlagnahmte im Oktober 2010 die Bilder, Collagen und Skizzen im Wert von 60 Millionen Euro.

Le Guennec gab an, die letzten drei Jahre bis zum Tod Picassos 1973 als Elektriker für den Künstler gearbeitet zu haben. Er will die Bilder, Grafiken und Skizzen, die zwischen 1900 und 1932 entstanden sind, von Picasso und dessen Frau Jacqueline geschenkt bekommen haben. Claude Picasso hält das jedoch für unmöglich. Er verwies darauf, daß sein Vater nie so viele Werke verschenkt habe und daß er bei Schenkungen stets ein Datum, eine Signatur und eine Widmung auf den Werken hinterlassen habe.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.06.2011, Seite 13, Feuilleton

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