-
27.04.2011
- → Feuilleton
Erdogans Monster
Im Nordosten der Türkei hat am Dienstag der Abriß eines
Denkmals zur Versöhnung mit den Armeniern begonnen, das von
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als
»Monstrum« bezeichnet worden war. Bauarbeiter
entfernten mit einem Krahn einen Kopf der riesigen Doppelstatue
»Denkmal der Menschlichkeit«. Das abgetrennte
Stück Stahlbeton wog 19 Tonnen. Die 30 Meter hohe Skulptur
zeigt zwei menschliche Figuren, die sich gegenüber stehen,
kann aber auch als eine einzige gespaltene Person gesehen werden.
Bildhauer Mehmet Aksoy wollte damit die Versöhnung zwischen
Türken und Armeniern versinnbildlichen und ein Gegenstück
zum Völkermorddenkmal im benachbarten Armenien schaffen.
Erdogan hatte das Kunstwerk im Januar als »Monstrum«
und »merkwürdiges Ding« kritisiert. Kurz darauf
beschloß der Stadtrat von Kars den Abriß. (AFP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton