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Aus: Ausgabe vom 02.04.2011, Seite 16 / Aktion

Wessen Rebellen?

Wo Widerstand wächst, gibt es erhöhte Nachfrage nach junge Welt. Aber nur, wenn bekannt ist, daß es sie gibt
Von Dietmar Koschmieder
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Tagelang wird in allen Medien die Friedensbotschaft des ­NATO-Sprechers verkündet: Es wird keine Waffenlieferung und westliche Bodentruppen geben, weil man das libysche Volk schützen und nicht bewaffnen wolle. Er lügt wie gedruckt: Waffenlieferungen und Stiefeleinsätze gibt es längst, Bomben westlicher Militärs zerfetzen und verstümmeln Zivilisten, auch wenn die Bilder dazu nicht gezeigt werden. Bedauernd zitiert am Freitag die Berliner Zeitung das US-Magazin New Yorker, daß die Zahl der Widerstandskämpfer gegen Ghaddafi lediglich aus 1000 Mann bestünde – »und die sind auch noch schlecht ausgerüstet«. Da müßte doch was zu machen sein. Der Widerstand gegen das Regime in Kolumbien besteht übrigens aus vielen tausend Kämpfern, auch hier liefert der Westen Beistand: allerdings den hochgerüsteten Militärs und Paramilitärs des Regimes. Wer noch immer glaubt, es gehe dem Westen um die »Unterstützung des libyschen Volkes«, kennt die junge Welt nicht.

Viel zu viele kennen die junge Welt nicht, dafür die Aussagen vieler Medien und Politiker. Die sind bereit, für imperialistische Kriege zu werben, auch wenn die Wahrheit dabei stört. Das liegt daran, daß sie es auch ansonsten als ihre Aufgabe ansehen, in sozialen Konflikten die Interessen des Kapitals als allgemeingültige Interessen zu vermitteln. Es wird alles dafür getan, gesagt und geschrieben, um zu verschleiern, von wem sie bezahlt werden. »Atomkraft mit Augenmaß abschalten«, heißt es dann. Gemeint ist damit: Die Dinger so lange wie politisch möglich laufen lassen. Bei Gewinnen von einer Million Euro am Tag sind sämtliche Bedenken zweitrangig. Zum Schutz vor Terror und wirtschaftlichem Ruin wird der Abbau demokratischer und sozialer Rechte gepriesen – auch wenn dazu terroristische Mittel genutzt und große Teile der Bevölkerung in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werden. Wer darüber ungeschminkt schreibt wie die junge Welt , wird selber Ziel von undemokratischen Angriffen und muß ökonomisch hart um die Existenz kämpfen.


Da ist niemand, der schmiert und zahlt. Und auch niemand, der über so ein Projekt unvoreingenommen berichtet. Es gibt keine Millionen für einen Werbe­etat. Die einzige wirksame Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad einer solchen Zeitung zu erhöhen und mehr Menschen davon zu überzeugen, daß sie selbst eine solche Zeitung brauchen, ist der Einsatz einer Rebellenarmee. Die sich bewaffnet mit der jungen Welt und diese überall dort vorstellt, wo Widerstand und damit der Bedarf nach einer anderen Zeitung wächst. Unsere Rebellenarmee ist etliche tausend Frauen und Männer stark: Es sind unsere aktiven Leserinnen und Leser. Und weil deren Wirksamkeit erhöht wird, wenn ein gemeinsames Ziel und gescheite Kombination sie verbinden, führen wir erstmals eine Kampagne im gesamten deutschsprachigen Raum durch. Wir wollen bei allen Ostermärschen und Gewerkschaftskundgebungen die junge Welt verteilen, Probeabos sammeln und wo immer möglich mit einem Infostand präsent sein. Jeder Bestellung legen wir ein Plakatset mit vier A-1-Plakaten in unterschiedlichen Farben bei. Als kleines Dankeschön. Damit kann das örtliche jW-Rebellenhauptquartier ausgestaltet werden.

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Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

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