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Pilot stand unter massivem Druck

Moskau. Neun Monate nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine haben die russischen Ermittler ranghohen Vertretern an Bord der Maschine eine Mitschuld an der Tragödie gegeben. Der Luftwaffenchef und der Protokollchef hätten im Cockpit Druck auf die Besatzung ausgeübt, sagte die russische Luftfahrtexpertin Tatjana Anodina am Mittwoch bei der Vorstellung des Abschlußberichts. Luftwaffenchef Andrzej Blasik sei angetrunken gewesen. Auch die »erwartete negative Reaktion des wichtigsten Passagiers« auf eine mögliche Umleitung auf einen anderen Flughafen habe dazu beigetragen. Anodina nannte den damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zwar nicht ausdrücklich, legte aber nahe, daß es sich bei dem »wichtigsten Passagier« um den Staatschef handelte.

Der Zwillingsbruder des verunglückten Staatschefs, Jaroslaw Kaczynski, bezeichnete den russischen Bericht als »eine Verhöhnung Polens«. Auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte die vorläufigen Ermittlungsergebnisse kürzlich als inakzeptabel und fehlerhaft bezeichnet. Der am Mittwoch übergebene Abschlußbericht könnte zu neuen Spannungen zwischen Warschau und Moskau führen. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.01.2011, Seite 6, Ausland

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