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Moore, Kuba und die Wahrheit

Der Filmemacher Michael Moore hat sich am Wochenende über eines der vom Internetportal Wikileaks enthüllten Dokumente der US-Interessenvertretung in Havanna mokiert. Mit Datum vom 31.Dezember 2008 hatte diese in einem Bericht an das State Department in Washington geschrieben, die kubanischen Behörden hätten Moores Dokumentarfilm »Sicko« verboten, weil sie wütende Reaktionen der Bevölkerung befürchteten. »Klingt überzeugend, was?«, so Moore in einem Beitrag auf seinem Blog michaelmoore.com. »Es gibt nur ein Problem: Das ganze Volk von Kuba hat den Film im nationalen Fernsehen am 25.April 2008 gesehen! Den Kubanern hat der Film so gut gefallen, daß er zu einem dieser seltenen nordamerikanischen Streifen wurde, die in den kubanischen Kinos liefen. Ich selbst habe mich darum gekümmert, dem Filminstitut in Havanna eine 35mm-Kopie zukommen zu lassen.« Er habe gehofft, daß irgendein Journalist dieser offensichtlichen Falschinformation in der Depesche nachgehe, so Moore. Statt dessen hätten die Medien sie so verbreitet, als entspräche sie der Wahrheit. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.12.2010, Seite 13, Feuilleton

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