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Engelberg gestorben

Der Historiker Ernst Engelberg ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 101 Jahren in Berlin. Er war 1930 in die KPD eingetreten und schrieb bei dem berühmten Historiker Gatav seine Promotion zum Thema »Die deutsche Sozialdemokratie und die Bismarcksche Sozialpolitik«.Aber noch vor der Verteidigung der Doktorarbeit verlor Mayer als »Nichtarier« sein Hochschulamt, bevor er 1937 in die Emigration ging. Engelberg wurde 1934 vier Tage nach seiner Promotion von der Gestapo verhaftet und ging nach Verbüßung einer Zuchthausstrafe in die Emigra­tion – zunächst nach Genf, wo er u.a. den Literaturwissenschaftler Hans Mayer (1907–2001), den Rechtstheoretiker Hans Kelsen (1881–1973) und den Philosophen Max Horkheimer (1895–1974) kennenlernte, und später in die Türkei. Erst 1947 konnte er nach Deutschland zurückkehren und zählte neben Hans Mayer, dem Historiker Walter Markov (1909–1993), dem Romanisten Werner Krauss (1900–1976) und dem Philosophen Ernst Bloch (1885–1977) zu den prägenden Wissenschaftlern der Leipziger Universität in den 50er Jahren. 1960 berief ihn die DDR-Akademie der Wissenschaften zum Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte. Er publizierte bis in die 90er Jahre hinein unermüdlich, wurde Mitglied des Ältestenrats der PDS. 1985 und 1990 veröffentlichte er dann seine berühmten beiden Bände über Bismarck, insgesamt 1600 Seiten– »ein freies Werk« (Süddeutsche Zeitung). Ein Nachruf folgt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.12.2010, Seite 13, Feuilleton

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