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02.12.2010
- → Natur & Wissenschaft
Die Schabe als Hund
Der israelische Neurobiologe Frederic Libersat erklärt in der
aktuellen Ausgabe von Wunderwelt Wissen, wie die blaugrüne
Juwelwespe mehr als doppelt so große Kakerlaken fängt.
Die Opfer werden durch einen Stich in einen Nervenknoten
kurzfristig gelähmt. Dann lenkt die Wespe ihren Stachel mit
chirurgischer Präzision durch den Chitinpanzer ins Hirn der
Beute – und zwar in jene Region, die den Fluchtreflex
auslöst. Die Schabe ist nicht vollständig gelähmt,
vermag aber nicht wegzulaufen. Libersat: »Die Wespe ergreift
einen Fühler der Kakerlake und führt sie wie einen Hund
an der Leine in ihr Nest.« Hier klebt sie ihr ein Ei an den
Unterleib, aus dem nach drei Tagen eine Larve schlüpft, die
sich in den Leib bohrt, um ihn von innen aufzufressen. Libersat hat
herausgefunden, daß das Wespengift im Schabenhirn
Nervenzellen hemmt, die den Botenstoff Octopamin ausschütten.
Der steuert bei Wirbellosen auch das Fluchtverhalten. Durch
Octopamin-Injektionen ins Gehirn machte Libersat Zombie-Kakerlaken
wieder fit. (ots/jW)
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