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Die Schabe als Hund

Der israelische Neurobiologe Frederic Libersat erklärt in der aktuellen Ausgabe von Wunderwelt Wissen, wie die blaugrüne Juwelwespe mehr als doppelt so große Kakerlaken fängt. Die Opfer werden durch einen Stich in einen Nervenknoten kurzfristig gelähmt. Dann lenkt die Wespe ihren Stachel mit chirurgischer Präzision durch den Chitinpanzer ins Hirn der Beute – und zwar in jene Region, die den Fluchtreflex auslöst. Die Schabe ist nicht vollständig gelähmt, vermag aber nicht wegzulaufen. Libersat: »Die Wespe ergreift einen Fühler der Kakerlake und führt sie wie einen Hund an der Leine in ihr Nest.« Hier klebt sie ihr ein Ei an den Unterleib, aus dem nach drei Tagen eine Larve schlüpft, die sich in den Leib bohrt, um ihn von innen aufzufressen. Libersat hat herausgefunden, daß das Wespengift im Schabenhirn Nervenzellen hemmt, die den Botenstoff Octopamin ausschütten. Der steuert bei Wirbellosen auch das Fluchtverhalten. Durch Octopamin-Injektionen ins Gehirn machte Libersat Zombie-Kakerlaken wieder fit. (ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.12.2010, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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