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Beziehung statt Beobachtung

»Meine Fotografien entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtungen«, sagt die New Yorker Fotografin Nan Goldin im Frauenmagazin Brigitte Woman. Goldin gehört zu den einflußreichsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts und nähert sich mit ihrer Kamera nur den Menschen, die ihr nahe sind. »Leute machen Schnappschüsse aus Liebe und aus dem Wunsch nach Erinnerung«, sagt die 56jährige, die ihre Freunde auch im Bett und auf dem Klo abgelichtet hat. Daß Schnappschüsse von geliebten Menschen in jeder Lebenslage spätestens seit Facebook zum digitalen Alltag gehören, löst in ihr jedoch keine Begeisterung aus: »Es macht mir verdammte Angst, zu sehen, was Freundschaft im Netz bedeutet«, sagt sie, »eine Zahl, die deinen Wert steigert. Wie verrückt ist das denn?« (ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.11.2010, Seite 13, Feuilleton

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