Gesetz fördert illegale Abbrüche
Warschau. Das restriktive polnische Abtreibungsgesetz hat sich
nicht bewährt. Das sagte der Vorsitzende des Bündnisses
der Demokratischen Linken (SLD), Grzegorz Napieralski, am Mittwoch
bei einer Pressekonferenz. Napieralski betonte, daß laut
Nichtregierungsorganisationen der Schwarzmarkt für
Abtreibungen in Polen wächst. Dies zeige, »daß es
durch das sehr restriktive Recht in Polen immer mehr
Schwangerschaftsabbrüche gibt«. Er wies darauf hin,
daß die Eingriffe oft unter gefährlichen Bedingungen
durchgeführt werden und dabei Frauen ihre Gesundheit oder
sogar ihr Leben riskieren. Die SLD will im Oktober einen
Gesetzentwurf vorlegen, dem zufolge Abtreibungen bis zur zehnten
Schwangerschaftswoche legal wären. Die Abgeordneten der
übrigen Parteien im Parlament bezeichneten den SLD-Vorschlag
als Wahlkampfmanöver vor den Kommunalwahlen im November. Er
habe keine Chancen auf Umsetzung.
Nach Schätzungen der Föderation für Frauen und Familienplanung werden in Polen pro Jahr bis zu 190000 illegale Abtreibungen durchgeführt. Demgegenüber gab es 2008 nur 500 legale Eingriffe. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Polen nur nach einer Vergewaltigung, bei schwerer Behinderung des Fötus oder einer Bedrohung der Gesundheit oder des Lebens der Mutter gestattet. (AP/jW)
Nach Schätzungen der Föderation für Frauen und Familienplanung werden in Polen pro Jahr bis zu 190000 illegale Abtreibungen durchgeführt. Demgegenüber gab es 2008 nur 500 legale Eingriffe. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Polen nur nach einer Vergewaltigung, bei schwerer Behinderung des Fötus oder einer Bedrohung der Gesundheit oder des Lebens der Mutter gestattet. (AP/jW)
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