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Facebook-Knigge

Der Deutsche Knigge-Rat hat am Montag in Bonn einen Zwölf-Punkte-Kodex für das Verhalten in Internet-Netzwerken präsentiert. In vorgeblich sozialen Portalen wie Facebook gehe das Gespür für reale Beziehungsgeflechte verloren, meinte Benimm-Experte Rainer Wälde. Wenn sich alle als Freunde bezeichnen müßten, würde die Vielschichtigkeit menschlicher Umgangsformen mißachtet. Der Rat empfiehlt, Privates und Berufliches nicht zu vermischen und keine allzu vertraulichen Informationen preiszugeben. Plumpe Vertraulichkeiten oder fiktive Identitäten seien ebenfalls tabu. »Wer vorgibt, jemand zu sein, der er gar nicht ist, wird in der Realität schnell entlarvt«, sagte Wälde. »Seine Glaubwürdigkeit ist dahin.« Zudem sollte immer Zeit für eine korrekte Anrede und einen höflichen Abschiedsgruß sein. Extrem viele Kontakte sind laut Wälde »kein Zeichen von Qualität, sondern eher für Oberflächlichkeit und Geltungssucht«. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2010, Seite 12, Feuilleton

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