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Telekom-Spitzelei: Chefs kommen davon

Frankfurt/Main. In der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hat die Staatsanwaltschaft Bonn das Verfahren gegen Exkonzernchef Kai Uwe Ricke und Exaufsichtsratschef Klaus Zumwinkel eingestellt. Beiden Managern habe nicht nachgewiesen werden können, daß diese die Auswertung von Telefonverbindungsdaten von Mitarbeitern und Journalisten in Auftrag gegeben oder daran mitgewirkt hätten, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Angeklagt worden seien daher nur Telekom-Mitarbeiter niedrigerer Ebenen. Die Firma soll 2005 und 2006 die Verbindungsdaten von Aufsichtsräten der Telekom, Angehörigen des Betriebsrats, von Journalisten, aber auch von Dritten wie Verdi-Chef Frank Bsirske ausgespäht haben. Ricke und Zumwinkel wurde vorgeworfen, die Bespitzelung in Auftrag gegeben zu haben. Die Gewerkschaft ver.di kündigt Widerstand gegen die Einstellung des Verfahrens an. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2010, Seite 1, Inland

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