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Aus: Ausgabe vom 01.06.2010, Seite 1 / Inland

Rücktritt: Horst Köhler will nicht mehr

Berlin. Bundespräsident Horst Köhler ist am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Die Kritik an seinen Äußerungen zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan habe den Respekt vor seinem Amt vermissen lassen, erklärte er zur Begründung. Köhler hatte besonders mit der Aussage für Empörung gesorgt, im Zweifel militärische Einsätze auch wegen wirtschaftlicher Interessen zu führen. Köhler sagte am Montag, er habe sich keineswegs für Bundeswehreinsätze ausgesprochen, die nicht vom Grundgesetz gedeckt seien. Diese Kritik »entbehrt jeder Rechtfertigung«. Nach seinem Rücktritt muß innerhalb von 30 Tagen von der Bundesversammlung ein neuer Bundespräsident gewählt werden. Bis dahin übernimmt der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) als Bundesratsvorsitzender kommissarisch das Amt. (apn/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Dr. G. Freudenberg: Horst`s Abgang Da hat doch unser Volkshorst sehr schnell seine "Schecke gepackt" und ist in sein trautes Heim nach Berlin-West retiriert. Das ihn sehr liebgehabthabende Volk ist voller Tränen der Rührung und Trauer....

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