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Doping: Der Papa wird’s schon richten

Berlin. Der eigene Vater soll Claudia Pechsteins Unschuld beweisen. Wissenschaftler der Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) haben der wegen Dopings gesperrten Eisschnellläuferin eine genetisch bedingte Blutanomalie bescheinigt, die auch bei ihrem Vater Andreas auftrat. »Wir sind mit Hilfe neuer Meßverfahren zu dem Ergebnis gekommen, daß Frau Pechstein an einer seltenen erblichen Störung des Blutaufbaus leidet, die zur Erhöhung der Retikulozytenwerte führt«, erklärte DGHO-Vorsitzender Gerhard Ehninger am Montag in Berlin. Bei der Störung soll es sich um eine leichte Form der Kugelzell-Anomalie handeln. In Deutschland leiden rund 800000 Menschen unter dem Gendefekt im Eiweißaufbau der Blutzellen. Der Siegener Professor für Hämatolgie Winfried Gassmann sagte, daß bei Pechstein auch deshalb kein Blutdoping anzunehmen sei, weil bei den Messungen kein ansteigender Hämoglobinwert erkannt worden ist.

(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.03.2010, Seite 16, Sport

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