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Montemayor gestorben

Wie die Assoziation A mitteilt, ist am 28. Februar im Alter von 62 Jahren der mexikanische Schriftsteller Carlos Montemayor gestorben. Er erlag einem Krebsleiden. Sein bekanntester Roman »Krieg im Paradies« (1991) erzählt die Geschichte einer von dem Dorfschullehrer Lucio Cabañas geführten Bauernguerilla, der »Partei der Armen«, die zwischen 1971 und 1974 in den Bergen von Guerrero aktiv war und durch einen »schmutzigen Krieg« des mexikanischen Militärs zerschlagen wurde. Weitere Romane des Juristen und Literaturwissenschaftlers sind »Las llaves de Urgell« (1971) und »Las armas del alba« (2003). Dazu kommen Gedichtsammlungen wie »Las armas del viento« (1977). Montemayor beherrschte Griechisch und Latein. Vergil, Catull, Sappho und andere Dichter des klassischen Altertums hat er ins Spanische übersetzt, außerdem prähispanische und indigene Sprachen erforscht, Anthologien oaxaquenischer Poesie herausgegeben und ein Wörterbuch ­Nahuatl–Spanisch. Schließlich war er noch ein begabter Tenor. Der mit Montemayor befreundete Autor Paco Ignacio Taibo II schrieb in seinem Nachruf: »Irgendwann einmal habe ich dir gesagt, daß alt gewordene ›Rote‹, alte Rockmusiker, alte Romanschriftsteller niemals sterben, und du hast mir vorgeschlagen, dieser Liste die Opernsänger hinzuzufügen.«
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.03.2010, Seite 13, Feuilleton

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