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Erich Hahn 80

Der in Berlin lebende Philosoph Erich Hahn begeht am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag. Er wurde als Sohn eines Volkswirtschaftlers am 5. März 1930 in Kiel geboren. 1950/51 studierte er Geschichtswissenschaft, von 1952 bis 1956 Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Danach arbeitete er zunächst an deren Institut für Philosophie und promovierte 1961 mit einer Arbeit über Bewußtseinsbildung unter Genossenschaftsbauern, 1965 folgte die Habilitation über philosophische Aspekte soziologischer Forschung. Im gleichen Jahr erschien seine Arbeit »Soziale Wirklichkeit und soziologische Erkenntnis«, in der er sich u. a. mit Talcott Parsons und Vertretern soziologischer Gruppenkonzeptionen auseinandersetzte.

1966 übernahm er den Lehrstuhl für Soziologie am Institut für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, der späteren Akademie für Gesellschaftswissenschaften, und wurde dort 1967 Professor für Philosophie und Soziologie. Von 1971 bis 1990 leitete er das Institut für marxistisch-lenistische Philosophie an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften. Seit 1974 war er korrespondierendes, seit 1980 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin, 1976 wurde er zum Kandidaten, 1981 zum Mitglied des Zentralkomitees der SED gewählt. Er gehörte ihm bis zu dessen Selbstauflösung 1989 an.


International bekannt wurde Erich Hahn vor allem durch seine Arbeiten zur Soziologie, zum historischen Materialismus und zur Ideologietheorie. 1968 erschien der Band »Historischer Materialismus und marxistische Soziologie«, 1969 die Studie »Ideologie«. 1974 »Materialistische Dialektik und Klassenbewußtsein«. 1969 war er Mitherausgeber des »Wörterbuchs der marxistisch-leninistischen Soziologie«. 1998 erschien in der Reihe »Marxistische Lesehefte« sein Band »Ideologie«, 2002 der Band »SED und SPD. Ein Dialog. Ideologie-Gespräche zwischen 1984 und 1989«. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.03.2010, Seite 13, Feuilleton

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