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ATTAC Frankreich: Fataler Fauxpas

So haben sich die »ATTACkies« ihr zehnjähriges Jubiläum sicher nicht vorgestellt. Am Donnerstag sah sich der deutsche Ableger der globalisierungskritischen Organisation zu einer Distanzierung von der politischen Rechten genötigt. Hintergrund der Aktion: In der am heutigen Freitag erscheinenden Ausgabe der Wochenzeitung Junge Freiheit ist ein Interview mit dem Vizepräsidenten von ATTAC Frankreich, Thomas Coutrot, abgedruckt. Es sei interessant, daß der deutsche Verband »durch viele junge militante Aktivisten geprägt ist, die oft sogar noch so jung sind, daß sie durch ATTAC überhaupt erstmals in Kontakt mit der Politik gekommen sind«, so Coutrot gegenüber dem Blatt. ATTAC Frankreich, so heißt es weiter, versuche sich daher, nach dem deutschen Vorbild umzugestalten. Dort reagiert man empört. »Die Junge Freiheit ist ein Organ der sogenannten Neuen Rechten und bemüht sich, nationalsozialistisches Gedankengut mit seriösem Anstrich zu versehen und damit im bürgerlich-konservativen Milieu salonfähig zu machen«, heißt es in einer gestern veröffentlichten Erklärung. ATTAC-Deutschland erteile den Anfragen der Zeitung regelmäßig klare, schriftliche Absagen, so auch dieses Mal. Um dennoch zum erwünschten Artikel zu kommen, habe sich die Redaktion einen französischsprachigen Interview­partner gesucht. »Dieses unlautere Vorgehen wirft ein bezeichnendes Licht auf den journalistischen Kodex des Blattes«, erklärte ATTAC. Mittlerweile hat sich auch Coutrot von dem Interview distanziert. »Ich hätte in der Tat meine Freunde von ATTAC Deutschland konsultieren sollen, bevor ich ein Interview mit einer Zeitung mache, von der ich nie gehört hatte«, entschuldigte er sich. (fb)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.01.2010, Seite 3, Schwerpunkt

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