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13.01.2010
- → Antifaschismus
Fall Jalloh: Polizei unter Verdacht
Hamburg. Nach der Anordnung eines neuen Prozesses zum Feuertod des
Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam fordert eine
Menschenrechtsorganisation neue Ermittlungen. Der
Vizepräsident der Internationalen Liga für
Menschenrechte, der Bremer Rechtsanwalt Rolf Gössner, sagte
dem Spiegel, er tendiere zwar nicht zu der Mordtheorie von
Angehörigen und Freunden Jallohs, »aber diesem Verdacht
muß stärker als bisher nachgegangen werden«. Wegen
»Lücken« in der Beweisführung hatte der
Bundesgerichtshof am vergangenen Donnerstag den Freispruch des
Landgerichts Dessau für einen Polizeibeamten aufgehoben.
Gössner sagte, die »unbewiesene Grundannahme«
einer Selbsttötung habe bislang »die Option verbaut,
auch andere Ursachen für das Entstehen des Feuers zu
prüfen«. So seien verschiedene Indizien nicht
hinreichend gewürdigt worden, die auf ein Verschulden Dritter
hindeuten könnten, etwa der Nasenbruch und die
Trommelfellverletzung Jallohs. Auch der Dessauer
Rechtsextremismus-Experte Marco Steckel fordert, die Rolle der
Polizei neu zu bewerten. Daß Beamte an der Entstehung des
Brandes beteiligt gewesen sein könnten, »stehe immer
noch als Hypothese im Raum«. Polizisten hatten den
23jährigen am 7. Januar 2005 in einer Zelle an Händen und
Füßen gefesselt und auf einer Art Matratze fixiert.
Trotzdem soll er mit einem Feuerzeug die Schaumstoffmatte
angezündet haben.
(APN/jW)
(APN/jW)
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