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Nauru erkennt Abchasien an

Nach Rußland, Venezuela und Nicaragua hat auch Nauru die Unabhängigkeit der Republik Abchasien anerkannt. Die Außenminister beider Länder, der Abchase Sergej Schamba und der Außenamtschef der kleinen Südseeinsel, Kirien Keke, unterzeichneten am Dienstag ein entsprechendes Abkommen. Die Unterzeichnungszeremonie fand im Sitz der abchasischen Präsidentenadministration in Suchumi statt. »Ich hoffe, daß auch andere Länder unserem Beispiel folgen und Abchasiens Unabhängigkeit anerkennen werden«, sagte Keke. Ein wirklicher Durchbruch der diplomatischen Blockade Abchasiens ist das nicht, zählt die pazifische Inselrepulik Nauru mit rund 14000 Einwohnern nicht gerade zu den global players der Politik.

Gewichtiger ist da die Weigerung Washingtons, die jüngsten Wahlen in Abchasien anzuerkennen. »Die USA bedauern den Beschluß, ›Wahlen‹ in dieser georgischen Region abzuhalten und erkennen weder die Legitimität noch die Ergebnisse dieser Wahlen an«, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti US-Außenamtssprecher Ian Kelly am Dienstag. »Die USA verweisen erneut auf ihre Unterstützung für Unabhängigkeit und territoriale Integrität Georgiens in den völkerrechtlich anerkannten Grenzen.«


Georgien nannte die Präsidentenwahlen in der Republik Abchasien am letzten Sonnabend »gesetzwidrig«. »Die sogenannten Wahlen wie auch die früheren ähnlichen Farcen entbehren offensichtlich jeder legitimen Grundlage und sind gesetzwidrig«, heißt es in einer Erklärung des georgischen Außenamtes. Nach dem fünftägigen Krieg im August 2008 hatte Rußland die Unabhängigkeit der ehemaligen georgischen Autonomien Abchasien und Südossetien anerkannt. Es handelte sich um die ersten Wahlen nach dem Krieg. Die Amtseinführung des abchasischen Präsidenten ist für den 12. Februar 2010 geplant. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.12.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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