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CIA betrieb Knast in Litauen

Vilnius. Nach den Berichten über ein Geheimgefängnis des US-Geheimdienstes CIA in Litauen geben sich Ermittler des Landes zugeknöpft. »Wir setzen unsere Ermittlungen fort, und wir überprüfen alle möglichen Standorte«, sagte der Vorsitzende der nationalen Untersuchungskommission, Arvydas Anusauskas, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Untersuchungsbericht der am 5. November gebildeten Kommission soll bis zum 22. Dezember vorliegen. Der US-Sender ABC hatte am Mittwoch berichtet, die CIA habe eines ihrer Geheimgefängnisse in einer Reitakademie außerhalb der litauischen Hauptstadt Vilnius betrieben. Dort seien ab 2004 sogenannte Terrorverdächtige festgehalten und unter Anwendung von Foltermethoden wie Schlafentzug verhört worden. Der Sender berief sich auf einen ehemaligen US-Geheimagenten sowie auf litauische Regierungsbeamte.

ABC hatte im August berichtet, eines von acht CIA-Haftzentren, die der US-Geheimdienst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 einrichtete, habe sich in Litauen befunden. Präsidentin Dalia Grybauskaite räumte im Oktober ein, daß es einen »indirekten Verdacht« für die Existenz eines Geheimgefängnisses gebe.


(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.11.2009, Seite 7, Ausland

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