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Wenn man so will

In Cottbus beginnt heute das 19. Festival des osteuropäischen Films. »Neues Kino vom Schwarzen Meer« lautet das Motto. Das erste Festival wurde 1991 von Cottbussern ausgerichtet, die sich in einem DDR-Filmclub kennengelernt hatten. Auch Filme aus solchen Clubs gehören in diesem Jahr zum Festivalprogramm. Herausragend ist dabei nach Angaben der Kuratorin Karin Fritzsche der Dokfilm »Was wird werden« aus dem Amateurfilmstudio des Textilkombinats Cottbus, gedreht im November 1989. »Hier kommen Menschen zu Wort, die ohne Zensur über das System, über ihre Ängste und Hoffnungen sprechen.« Mitte der 80er Jahre habe sich in den Filmclubs, vor allem aber an der Filmhochschule in Potsdam, »eine ungewohnte Offenheit« entwickelt. Der Hochschulfilm »Aber wenn man so leben will wie ich« aus dem Jahr 1989 etwa habe einen Punk, der einen Ausreiseantrag gestellt hat, zum Helden. »Diese Systemkritik«, sagt Fritzsche, »wäre vorher undenkbar gewesen«. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.11.2009, Seite 12, Feuilleton

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