Gegründet 1947 Dienstag, 1. Dezember 2020, Nr. 281
Die junge Welt wird von 2453 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 04.11.2009, Seite 5 / Inland

»Schwarzer Kanal« stellt sich quer

Berlin. Der Druck auf das Berliner Wohn- und Kulturprojekt »Schwarzer Kanal« nimmt zu. Die Wagenburg in der Michaelkirchstraße im Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg soll einem Bürogebäude des Essener Baukonzerns Hochtief weichen. Am Dienstag trafen sich die Bauwagenbewohner mit Vertretern der Immobilienverwaltung »Liegenschaftsfonds«. Das Gespräch habe ergeben, daß nur noch zwei von ursprünglich fünf Standorten als Alternative zur Verfügung stünden, berichtete eine Vertreterin des Schwarzen Kanals gegenüber jW: »Sollten wir uns nicht für einen der Plätze entscheiden, droht eine gewalttätige Räumung«.

Seit 2003 wohnen die schwulen und lesbischen Mitglieder in dreißig Bauwagen und Kleinbussen an der Michaelkirchstraße. Ohne ein akzeptables Alternativangebot werde man den Platz nicht verlassen, erklärte die Gruppe am Dienstag. Sie fordert ein Grundstück von mindestens 3000 Quadratmeter mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

(st/jW)

»Gemeinsam statt alleinsam«: 3 Monate lang junge Welt im Aktionsabo lesen – für 62 €!