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Protest gegen Kleiderordnung

Khartum. Mehrere hundert Frauen sind im Sudan aus Solidarität mit einer Journalistin auf die Straße gegangen, der wegen Tragens von Hosen in der Öffentlichkeit 40 Peitschenhiebe drohen. Die Polizei setzte zum Prozeßauftakt am Dienstag vor dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Khartum Tränengas gegen die Demonstrantinnen ein. Das Verfahren selbst wurde kurz nach Eröffnung vertagt, um die juristische Immunität der UN-Mitarbeiterin Lubna Ahmed el Hussein zu klären. Sie selbst hatte erklärt, eine etwaige Verurteilung bis vor das höchste Gericht des Landes anfechten zu wollen. Ihr Ziel sei es, das Gesetz zu Fall zu bringen, das die Bestrafung von Frauen wegen des Tragens »unschicklicher« Kleidung anordnet. Sie kündigte nach eigenen Angaben ihre Stelle bei der UNO zwecks Immunitätsaufhebung, um dies erreichen zu können.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.08.2009, Seite 15, Feminismus

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