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Drogen lesen

Bommi Baumann war 30 Jahre opiatsüchtig. Davon erzählt der frühere »Haschrebell« und Mitbegründer der »Bewegung 2. Juni« in seinem aktuellen Buch »Rausch und Terror« (Rotbuch Verlag). Es ist die Geschichte der Revolte von 1968 bis zum Afghanistankrieg von heute als Kampf gegen die Nüchternheit. Nun geht es auf Lesereise, zusammen mit Co-Autor Christof Meueler, Feuilletonredakteur dieser Zeitung. »Ende der 60er Jahre fing ich in Westberlin an, regelmäßig Drogen zu nehmen. Damals waren wir gestartet, um eine Gesellschaft zu erreichen, in der die Menschen freier sein sollten. Heute leben wir in einer Gesellschaft, in der die Angst regiert. Der sogenannte Krieg gegen den Terror folgt dem Krieg gegen die Drogen«, schreibt Baumann. »Rausch und Terror« ist ein persönlicher Erlebnisbericht ebenso wie ein politischer Essay, der sich mit der Frage beschäftigt, warum die bisherige Drogenpolitik gescheitert ist. Mit »Wie alles anfing« sagte sich Baumann 1975 als erster öffentlich vom »Bewaffneten Kampf« los. Das Skandalbuch wurde sofort verboten und konnte erst nach einer europaweiten Solidaritätskampagne erscheinen. »Rausch und Terror« handelt davon, wie alles weiterging. (jW)

16.5. Mainz, Hafeneck, 22 Uhr, 18.5.9; Freiburg, Swamp, 20 Uhr, 19.5. München, Optimal, 20.30 Uhr; 20.5. Darmstadt, Bessunger Knabenschule, 20 Uhr; 21.5. Braunschweig, Studio Ost, 20 Uhr

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.05.2009, Seite 13, Feuilleton

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