Zum Inhalt der Seite

Orhan Pamuk von Verfahren bedroht

Istanbul. Der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk muß wegen Äußerungen zur Kurden- und Armenierfrage erneut mit einem Gerichtsverfahren in seiner Heimat rechnen. Wie türkische Medien am Donnerstag berichteten, machte der Berufungsgerichtshof in Ankara den Weg für ein Schadensersatzverfahren gegen den Autor frei. In dem Rechtsstreit geht um eine Äußerung Pamuks über die Ermordung von 30000 Kurden und einer Million Armenier in der Türkei. Wegen dieser Meinungsäußerung hatte ein Istanbuler Gericht bereits im Jahr 2005 ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf »Beleidigung des Türkentums« gegen den Schriftsteller eingeleitet; das Verfahren wurde Anfang 2006 eingestellt. Türkische Nationalisten strengten daraufhin eine Schadensersatzklage an und machten geltend, sie seien durch Pamuks Äußerungen in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt worden.

(AFP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2009, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!