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Kricket: Umgezogen

Kapstadt. So etwas hat es im internationalen Sport noch nie gegeben. Eine komplette millionenschwere Liga verläßt ihr Land und spielt auf einem anderen Kontinent. Aus Angst vor Terroranschlägen spielt die Indische Kricket Premier League seit Samstag ihre komplette Saison bis zum 24. Mai in Südfafrika. Die indische Regierung hatte sich auch aus Sorge vor Gewalttaten im Umfeld der am Donnerstag begonnenen Wahlen geweigert, Polizeikräfte zum Schutz der Sportler und Sportstätten zur Verfügung zu stellen. Die seit 2008 gegründete Premier League ist eine wahre Goldgrube: Nur für den indischen TV-Markt wurden die Rechte für zehn Jahre für 1,026 Milliarden US-Dollar verkauft, davon gehen 72 Prozent an die Klubs. Die acht Klubs sind Franchise-Unternehmen, die indischen Großkonzernen und einigen der reichsten Familien der Welt gehören. 700 Liga-Mitarbeiter sind nach Südafrika gezogen, 22000 Hotelbetten und 10000 Flüge wurden durch die Liga gebucht. (sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.04.2009, Seite 16, Sport

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