Gegründet 1947 Freitag, 22. November 2019, Nr. 272
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 30.03.2009, Seite 12 / Feuilleton

Traumklinik

Das Leben ist ein Notfall. Krankenhausserien wie »Dr. House« prägen die allgemeine Vorstellung von Ärzten und Krankenhäsuern. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Mediziners Kai Witzel, über die Für Sie berichtet. Danach haben Fans von Arztserien deutlich mehr Angst vor Operationen als andere Menschen. »In den Serien sind Operationen immer spektakulär und dramatisch, damit es spannende Filme werden«, erklärt Witzel. »Also glaubt der Patient, auch er habe eine ähnlich spannende Operation vor sich, in der nun um sein Leben gekämpft wird.« Fernsehen macht anspruchsvoll: »Je mehr Arztserien jemand schaut, desto unzufriedener ist er mit der Visite. Auch hier hat er TV-erfahrungsgemäß andere Erwartungen.« Überraschend: Auch Ärzte werden vom Fernsehen beeinflußt. So nannten zahlreiche Chirurgen »Grey’s Anatomy« als Beispiel einer realistischen Arztserie – obwohl die medizinischen Fälle dort eher fragwürdig sind. (ots/jW)

Mehr aus: Feuilleton