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Mehr Mars

Am Samstag dockte die Raumkapsel »Sojus TMA-14« an die Internationale Raumstation ISS an, an Bord ist auch der US-Weltraumtourist Charles Simonyi, der hierfür einen Preis von 35 Millionen Dollar gezahlt hat – es ist nach 2007 sein zweiter Weltraumflug. In Moskau geht es auch billiger. Ab Dienstag wird dort der Flug zum Mars simuliert. Dieser soll 520 Tage dauern, geübt werden aber nur 104 Tage. So lange werden ein Deutscher, ein Franzose und vier Russen auf engstem Raum zusammengepfercht und dabei wie im »Big Brother«-Container von Kameras überwacht. Mit diesem Experiment wollen die europäische Raumfahrtagentur ESA und das russische Institut für Biomedizinische Studien testen, wie Menschen sich unter den extremen Bedingungen eines langen Raumfluges verhalten. Untersucht wird, wie der monotone Alltag und der hohe Leistungsdruck Streß, Depressionen oder Spannungen innerhalb der Crew auslösen können. Wird ein Mitglied krank, müssen die Simulationsastronauten ihn ohne Hilfe von außen gesund pflegen. Selbst in Notsituation bekommen sie Ratschläge per Funk wie bei einem echten Flug nur mit einer 20minütigen Zeitverzögerung. Immerhin müssen die Moskauer Versuchskaninchen nicht ihren wiederaufbereiteten Urin trinken, um einen geschlossenen Wasserkreislauf herzustellen. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2009, Seite 13, Feuilleton

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