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Neu erschienen (II)

Mythos Westwall

Von Fabian Kunow
Rund 630 Kilometer lang schlängelt sich das Bauwerk »Westwall« durch die BRD. Von Weil am Rhein über das Saarland und die Eifel bis an die deutsch-niederländische Grenze verlaufen die Linien, die von den deutschen Faschisten während ihrer Herrschaft zur Absicherung der Westfront in verschiedenen Etappen gebaut wurden. Diese Konstruktion war mehr als nur eine reine Defensivstellung, wie beispielsweise das französische Pendant, die »Marginot-Linie«. Der Westwall sollte den Rücken freihalten für die faschistischen Raub- und Vernichtungsfeldzüge Richtung Osten. Es ging auch darum, den Zusammenhalt der »Volksgemeinschaft« bei der Umsetzung dieser Meisterleistung »deutscher Ingenieurskunst« zu erschaffen und zu stärken. Eifrig bastelte die NS-Propaganda mit Filmen, Liedern, Plakaten und Wochenschauberichten an der Etablierung des »Mythos Westwall«. Der vorliegende Sammelband dokumentiert Vorträge der Tagung »Zukunftsprojekt Westwall. Wege zu einem verantwortungsbewußten Umgang mit den Überresten der NS-Anlage« im Bonner Universitätsclub im Mai 2007. Aus verschiedenen Perspektiven nähern sich Theoretiker und Praktiker der Frage des Umgangs mit den in Beton gegossenen Hinterlassenschaften des »1000jährigen Reichs«. Zusammen können sie schlüssig erklären, wie und warum der »Mythos Westwall« auch 60 Jahre nach seiner Bezwingung noch wirkt.

* Frank Möller und Karola Fings (Hg.): Zukunftsprojekt Westwall. Wege zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Überresten der NS-Anlage. Rheinische Edition. Verlag Ralf Liebe. 128 Seiten. 18 Euro

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.12.2008, Seite 15, Politisches Buch

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