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Alles meins!

Das »Literarische Quartett« gab der Großkritiker Marcel Reich-Ranicki 2001 auf, weil er den ganzen Quatsch selbst nicht mehr lesen wollte. In der Zwischenzeit hat er sich nicht mit dem Aktuellsten, sondern dem Besten beschäftigt, was die deutsche Literaturlandschaft zu bieten hat. Das Ergebnis erschien in fünf verschiedenfarbigen Schubern: Essays, Gedichte, Dramen, Erzählungen, Romane. Wer Ranickis Lebenswerk damit vollendet sah, wird nun eines Besseren belehrt. Die Kritikerveteran reißt sich noch einmal die Klassiker unter den Nagel. »Mein Schiller«, »Mein Heine« usw. soll eine neue, mehrbändige Buchreihe heißen. Gegenüber dem Magazin Cicero gab der Grantler zu, die Serie sei ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Insel-Verlag geplant gewesen, werde jetzt aber von Hoffmann & Campe verlegt. Ob die geschmäcklerischen Auslassungen über Ranickis Lieblinge mehr sind als Zweigstellen seiner Bestseller-Autobiographie »Mein Leben« bleibt abzuwarten. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2008, Seite 12, Feuilleton

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