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Ich! Schluß!

Am Sonntag wird Herbert Achternbusch 70 Jahre alt. Er hat sich als Filmemacher, Schriftsteller und Maler verdient gemacht. Das ist »vorbei«, versicherte er Vorabgratulanten am Freitag. »Ich bin der seltene Fall, wo der Künstler am Ende ist.« Daß er keine Filme mehr macht, hatte Achternbusch schon 2002 erklärt. Jetzt will er auch keine Bücher oder Theaterstücke mehr schreiben, keine Bilder mehr malen. »Ich mag nicht mehr«, sagte er. Mit Begründung: »Und dann immer die blöden Gesichter sehen, die nichts damit anfangen können. Das ist ja unerträglich!« Reich ist Achternbusch über die Jahre nur an Erfahrung geworden: »Ich hab’ mich ausgedrückt, bis nichts mehr da war. Und jetzt habe ich einen leeren Geldbeutel. Ha, ha, wie schön!« Geburtstagsglückwünsche erträgt er übrigens auch nur »schlecht«: »Weil, es ist ja kein Verdienst, ich kann ja nichts dafür. Es ist ja nur der Zeiger weitergelaufen und steht jetzt auf 70. Das ist ja deprimierend eigentlich...« (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2008, Seite 13, Feuilleton

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