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Partei! Partei!

Im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf wird am Sonntag, 11 Uhr, eine Ausstellung eröffnet: »Kein schöner Ding ist auf der Welt/ Als seine Feinde zu beißen … – Rheinische Literatur in Vormärz und Revolution 1840–1850«. In kaum einem anderen Zeitraum waren Literaten hierzulande direkter an politischen Auseinandersetzungen beteiligt. Nicht mehr das ästhetische Moment herrschte vor, sondern die Tendenz. Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Heinrich Laube u.a. entwickelten auf Flugblättern, in Liedern und Karikaturen eine leserfreundliche, politisch-pointierte Sprache. Das Rheinland war ein Zentrum der publizistischen Schlachten. Die Neue Rheinische Zeitung (Köln) etwa kam 1848/49 unter der Chefredaktion von Karl Marx heraus. Zur Redaktion gehörten Friedrich Engels, Ferdinand Freiligrath, Georg Weerth und Ernst Dronke. Mathilde Franziska Anneke gab 1848 mit der Frauen-Zeitung das erste feministisch orientierte Blatt Deutschlands heraus, wenn auch nur für kurze Zeit. Im Heine-Institut werden ab Sonntag historische und biographische Materialien aus den Archiven der Region präsentiert: Originalhandschriften, Faksimiles und Bilder. Im Rahmenprogramm gibt es Vorträge, kommentierte Führungen und Projektarbeiten mit Schulen; zur Finissage eine Revue mit Texten von Georg Weerth. Für alle, die es trotz alledem nicht nach Düsseldorf schaffen werden, sind ein Katalog, ein Hörbuch und eine Anthologie erschienen. (jW)

bis 1. Februar, Di.–So., 11–17 Uhr, Sa. 13-17 Uhr, Bilker Str. 12–14, Düsseldorf

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2008, Seite 13, Feuilleton

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