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Noch verpackt

Berliner Quartette lautet der Titel der Ausstellung, die ab heute abend in der jW-Ladengalerie zu sehen ist. Wächst in diesem Berlin zusammen, was zusammengehört, wie irgendwer irgendwann mal gesagt hat? Ist dieses Berlin nun wieder Hauptstadt der deutschen Marschierer oder ein hochästhetisches Gesamtkunstwerk? Ist Berlin die Heimstatt der Arbeitenden und Arbeitslosen oder die große Bühne für die Prahlsucht der kleinen und großen Unterdrücker?

Rüdiger Hecht, Jahrgang 48, geboren in Berlin, gelernter Industriedesigner und Gestalter von vielen Kinderspielplätzen in dieser Stadt, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Abenteuer Architektur. Gnadenlose Betonstrenge gegen die Opulenz des Alltags, stadtgraustille Musik gegen farbenprächtiges Auftrumpfen: Der genaue Blick des Fotografen ordnet die Stadt entgegen der gewohnten Sicht gleichsam neu. Eine seiner Vorlieben besteht darin, durch Standortwahl und Blickwinkel bildlich zusammenzufügen, was nicht zusammengehört. Kommen die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie an ihre Grenzen, wich er früher auf Papiercollagen aus, heute setzt er dies am Computer im Wortsinne ins Bild.


Die in der jW-Ladengalerie gehängten Arbeiten sind derzeit noch geheimnisvoll verpackt und werden vom Künstler bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag abend enthüllt. Wir werden also sehen! (tjr)

Berliner Quartette, Fotografien, Collagen, Zeichnungen von Rüdiger Hecht. Bis 20.9, Mo.–Fr. 11–18 Uhr, Ausstellungseröffnung heute, 19 Uhr, jW-Ladengalerie, Torstr. 6, Berlin


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Erschienen in der Ausgabe vom 04.09.2008, Seite 13, Feuilleton

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