Zum Inhalt der Seite

Witzpolitik

Der bayerische Kabarettist Bruno Jonas will sein ohnehin maues Kabarettprogramm weiter einschränken. Der Zeit gestand er seine Angst vor Reaktionen auf islamfeindliche Witze: »Ich finde die Erfahrungen mit dem Karikaturenstreit so extrem, daß ich mich hüten werde, auf der Bühne das Falsche zu sagen.« Schon der innermuslimische Streit, wer bei der Islamkonferenz des Innenministers dabei sein dürfe, habe ihn zutiefst irritiert: »Wie werden diese Leute damit umgehen, wenn wir auf der Bühne den einen oder anderen Witz über ihre Glaubensinhalte machen?«

Andere Scherze, andere Sitten: Harald Schmidt äußerte sich in der Sport-Bild zum Medienthema Zensur in China: »Ich sehe sie eher positiv, weil man so vieles darauf schieben kann.« Schmidt wird mit dem früheren Schnauzbartträger Waldemar Hartmann für die ARD in Peking eine Talkshow betreiben – »dann kann ich sagen: Hier im Studio war die Stimmung der Hammer. Die müssen die Gags unterwegs rausgeschnitten haben.« (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2008, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!