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Aus: Ausgabe vom 03.07.2008, Seite 15 / 73

Chopins Herz

Seit 160 Jahren ist Frédéric Chopins Herz in der Warschauer Heiligkreuzkirche in Cognac konserviert – nun soll es das Geheimnis seines Todes preisgeben. Starb der Komponist 1849 in Paris an Tuberkulose, wie bisher angenommen, oder an Mukoviszidose? Als Opfer der genetisch bedingten Stoffwechselkrankheit, bei der sich Schleim in den Atmungsorganen ansammelt, sehen ihn Mukoviszidose-Experten. Sie möchten Gewebeproben des Organs entnehmen und untersuchen. »Wenn wir beweisen können, daß Chopin an Mukoviszidose litt, wäre das eine große Inspiration für unsere Kranken, vor allem für die Kinder«, sagt der Arzt Wojciech Cichy: »Zu wissen, daß sie wie er etwas Großes schaffen können.« Die Sprecherin des Kultusministeriums, Iwona Radziszewska, erklärte, die Anfrage der Ärzte werde erst nach eingehender Prüfung beantwortet. Ein Pater der Kirche bedauerte, daß »wir jetzt eine Art der Kultur haben, in der wir absolut alles wissen müssen.« (AFP/jW)

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