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Millionen Opfer nach »Nargis«

Rangun. Internationale Helfer haben auch zwei Wochen nach dem Wirbelsturm in Myanmar noch kein genaues Bild von der verzweifelten Lage der Überlebenden. Die grundlegendsten Daten fehlten, angefangen von der Zahl der Waisen bis zur Ausbreitung von Krankheiten, kritisierten UN-Büros. Selbst zu Todesopfern gebe es keine bestätigten Angaben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will daher den Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Einsätze, John Holmes, nach Myanmar entsenden.

Die UN gehen von 1,5 bis 2,5 Millionen Opfern nach dem Durchzug von »Nargis« am 2. und 3. Mai aus, die dringend Trinkwasser, Lebensmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung benötigen. Bislang haben Rettungskräfte lediglich 270000 Überlebende erreicht. Das Militärregime hat die Zahl der Toten inzwischen mit 43318 angegeben, fast 28000 Menschen werden nach offiziellen Angaben noch vermißt. Das Rote Kreuz geht dagegen von 68000 bis 128000 Toten aus.
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Die Wähler Myanmars haben nach Angaben des Staatsfernsehens vom Donnerstag mit überragender Mehrheit einer neuen Verfassung zugestimmt. 92,4 Prozent sprachen sich demnach bei den Wahlen am vergangenen Samstag für den von der Militärregierung ausgearbeiteten Entwurf aus. Die Wahlbeteiligung lag in den beteiligten Regionen bei 99 Prozent, wie der Sender MRTV berichtete.

(AP/AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.05.2008, Seite 7, Ausland

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