-
05.05.2008
- → Feuilleton
Beigesetzt
Einige hundert Trauergäste verabschiedeten sich am Samstag von dem Schauspieler Erwin Geschonneck. Geschonneck wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Er war am 12. März im Alter von 101 Jahren gestorben. Zur Trauerfeier in der Kapelle waren neben seiner Witwe Heike nur Familienangehörige und engste Freunde zugelassen. Auch Linke-Parteichef Lothar Bisky, der Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, Gregor Gysi, und Linke-Vorstandsmitglied Petra Pau nahmen an der Zeremonie teil. Die Trauerreden wurden über Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen, wo sich zahlreiche Menschen versammelt hatten und in die Kondolenzlisten eintrugen.
Der Theaterregisseur Thomas Langhoff sagte in seiner Rede, wer mit Geschonneck gearbeitet habe, »der erinnerte sich ein Leben lang an ihn«. Als er die Nachrufe gelesen habe, sei er erstaunt gewesen, daß Geschonneck als «Ostdeutscher» bezeichnet worden sei – »als wäre er Schauspieler für eine Minderheit gewesen«.
Geschonnecks Sohn Matti sagte, wenn sein Vater sehen könnte, wie viele Menschen zu seiner Beerdigung gekommen seien, hätte er dies so genossen »wie das Blitzlichtgewitter an seinem 100. Geburtstag«.
Der 1906 in Bartenstein in Ostpreußen geborene Geschonneck arbeitete mit Regisseuren wie Konrad Wolf, Kurt Maetzig, Frank Beyer und Slotan Dudow zusammen. Am Berliner Ensemble spielte der ehemalige KZ-Gefangene und Überlebende des 1945 bombardierten Schiffes »Cap Arkona« Rollen wie den Matti in »Herr Puntila und sein Knecht Matti« von Bertolt Brecht und den Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists »Der zerbrochene Krug«. (ddp/jW)
Der Theaterregisseur Thomas Langhoff sagte in seiner Rede, wer mit Geschonneck gearbeitet habe, »der erinnerte sich ein Leben lang an ihn«. Als er die Nachrufe gelesen habe, sei er erstaunt gewesen, daß Geschonneck als «Ostdeutscher» bezeichnet worden sei – »als wäre er Schauspieler für eine Minderheit gewesen«.
Anzeige
Geschonnecks Sohn Matti sagte, wenn sein Vater sehen könnte, wie viele Menschen zu seiner Beerdigung gekommen seien, hätte er dies so genossen »wie das Blitzlichtgewitter an seinem 100. Geburtstag«.
Der 1906 in Bartenstein in Ostpreußen geborene Geschonneck arbeitete mit Regisseuren wie Konrad Wolf, Kurt Maetzig, Frank Beyer und Slotan Dudow zusammen. Am Berliner Ensemble spielte der ehemalige KZ-Gefangene und Überlebende des 1945 bombardierten Schiffes »Cap Arkona« Rollen wie den Matti in »Herr Puntila und sein Knecht Matti« von Bertolt Brecht und den Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists »Der zerbrochene Krug«. (ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
